Welche Erfolgsfaktoren gibt es?

14. März 2008 | Von ARU | Kategorie: Allgemein

Erfolgsfaktoren können u.a. wie folgt unterschieden werden:

  • Generelle Erfolgsfaktoren
    Gültig für alle Unternehmen, Branchen, Größen, Märkte, etc.
  • Branchenspezifische Erfolgsfaktoren
    Zutreffend für bestimmte Branchen
  • Unternehmensspezifische Erfolgsfaktoren
    Gültig für ein bestimmtes Unternehmen

Je nach Fokus bzw. Ausprägung können sie endogener (unternehmensbezogene) bzw. exogener (umfeldbezogene) Natur sein und sowohl als aktive Faktoren, d.h. sie nehmen Einfluss auf andere bzw. als passive Faktoren, sie werden von anderen beeinflusst, klassifiziert werden.

Die nachfolgende Abbildung stellt kurz und prägnant die generellen Erfolgsfaktoren dar. In Summe gibt es 11 generelle Erfolgsfaktoren, welche in jedem Unternehmen anwendbar sind und auch beachtet werden sollen. Startups nehmen bei den generellen Erfolgsfaktoren noch einmal eine Sonderstellung ein, auf die auch in diesem Blog noch ausführlich eingegangen wird.

Generelle Erfolgsfaktoren

Abbildung: Generelle Erfolgsfaktoren

Branchenspezifische Erfolgsfaktoren sind nicht zwingend für jedes Unternehmen vorgegeben und können bzw. sind in aller Regel von Branche zu Branche unterschiedlich, aber u.U. auf verwandte Branchen projizierbar.Die Erfassung erfolgt in aller Regel durch

  • Mitarbeiterbefragung
  • Kunden-/ Lieferantenbefragung
  • Experteninterviews
  • Benchmarking

Chancen & Risiken der Branche werden somit ermittelt und mit eigenen Stärken sowie Schwächen und daraus resultierenden Möglichkeiten abgeglichen!

Die Gültigkeit unternehmensspezifischer Erfolgsfaktoren beschränkt sich auf das untersuchte Unternehmen. Die Erfassung erfolgt in aller Regel über eine “Strategische Organisations-Analyse” (SOA). Die Durchführung einer SOA offenbart

  • eigene Stärken und
  • eigene Schwächen.

Sie mündet in einem Maßnahmenplan zur Korrektur von Schwächen und zum Ausbau von Stärken.

Weitere Erfolgsfaktoren können noch auf “geschäftsfeldspezifischer” und “prozessspezifischer” Ebene untersucht werden. Dies wird in diesem Blog aber eher beiläufig behandelt, d.h. als die wichtigeren Erfolgsfaktoren werden die generellen, branchen- und unternehmensspezifischen Faktoren erachtet.

Auch Erfolgfaktoren/ Unternehmen unterliegen einem evolutionären Prozess, welcher u.a. in folgenden Reifegraden abgebildet werden kann:

Reifegrade:

Die Evolution von Erfolgsfaktoren unterteile ich, analog zu Kurt Nagel, in fünf Reifephasen:

  1. Start
  2. Ausweitung
  3. Konsolidierung
  4. Wachstum
  5. Integration

Mit zunehmendem Reifegrad nimmt quasi die Excellence innerhalb der Faktoren und somit auch des Unternehmens als Gesamten zu. Die Ermittlung der Reifegrade bzw. des aktuellen Evolutionsstands erfolgt über Interviews, Fragebögen, Checklisten, etc.

Das folgende Erfolgsfaktorenrad stellt die generellen Erfolgsfaktoren in ihrer jeweiligen Reife beispielhaft dar:

Erfolgsfaktorenrad

Abbildung: Erfolgsfaktoren-Rad

Der “blaue” Bereich kann entweder einen gewünschten Sollzustand des Unternehmens oder einen Beispielbenchmark der Branche darstellen. Der grüne Bereich ist das Ergebnis einer Erfolgsfaktoren-Analyse im Unternehmen und stellt den IST-Zustand dar. Auf Basis dieses Ergebnisses können nun Maßnahmen abgeleitet werden, um je nach Priorität, Wachstum in einzelnen Erfolgsfaktoren zu erlangen. Diese Vorgehensweise gilt analog für branchen- und unternehmensspezifische Erfolgsfaktoren.

Mittels einer strategischen Organisationsanalyse kann bspw. auch festgestellt werden, welche Erfolgsfaktoren welche Auswirkung auf andere Erfolgsfaktoren haben, um bspw. eine Hebelwirkung durch das Wachsen innerhalb der Reifegrade zu erreichen. Oft ist zu beobachten, dass alleine die Einführung eines effizienten Informations- und Kommunikationssystems Voraussetzungen schafft, eine optimalere Kundennähe zu gewährleisten, bspw. durch Einsatz eines CRM. Ebenso verbessert sich oft auch die Organisation im Unternehmen, Abläufe werden sicherer und skalierbarer.

Eine alternative, detailliertere Darstellung einer Erfolgsfaktorenanalyse kann so ausschauen:

Beispielanalyse

Abbildung: Ergebnis einer Erfolgsfaktorenanalyse (Angelehnt an Kurt Nagel)

Der Bereich mit dem Farbverlauf von rot auf grün stellt das angestrebte Wachstum vom IST-Zustand auf den SOLL-Zustand dar. Die blaue Linie stellt die Performance des bspw. stärksten Wettbewerbers dar.

Wo würden Sie Ihr Unternehmen fürs Erste einordnen?

Versuchen Sie entweder eine ehrliche Selbsteinschätzung oder befragen Sie entsprechende Mitarbeiter/ Verantwortliche in Ihrem Unternehmen. Prüfen Sie diese Einschätzungen und stellen Sie sich die Frage, ob und welche Faktoren verbesserungswürdig sind und mit welcher Priorität das zu behandeln wäre. Anschließend leiten Sie Maßnahmen ab. Beziehen Sie hierzu Ihr Team, ihre Mitarbeiter bereits in der Festlegung der Ziele und Planung dieser Maßnahmen ein.

Allgemeiner Umgang mit Erfolgsfaktoren

Das System der Erfolgsfaktoren soll auf keinem Fall als ein statisches Konstrukt betrachtet werden. Es stellt vielmehr einen Handlungsvorschlag dar, auf welche Erfolgsfaktoren geachtet werden kann bzw. sollte, um nachhaltigen Erfolg erreichen zu können. Je nach Fokus (generell, branchen- und unternehmensspezifisch) können diese in ihrer Ausprägung bzw. in ihrer Wertigkeit recht unterschiedlich sein.

So hat bspw. der Erfolgsfaktor “Internationalisierung/ Globalisierung” für einen lokal agierenden Betrieb, der bspw. Zulieferer für die hiesige Möbelindustrie ist, eine ganz andere Bedeutung bzw. Priorität als für ein Unternehmen, welches über ein Internet-Community-Modell nachhaltiges Wachstum über eine Internationalisierung generieren will.

Oft ziehen Prioritäten und Veränderungen in bestimmten Erfolgsfaktoren auch Veränderungen in anderen nach sich. So kann eine Internationalisierungsstrategie durchaus auf das Eingehen wichtiger Kooperationen basieren, was ein Wachsen im Erfolgsfaktor “Kooperation” bedeutet.

Es ist also so, dass generelle Erfolgsfaktoren zwar auf alle Unternehmen in allen Branchen und Märkten sowie Ländern angewendet werden können, die Wertigkeit und Sinnhaftigkeit der einzelnen Faktoren sowie die Auswirkung einzelner Faktoren auf andere Faktoren relativ unterschiedlich sein kann. Von daher sollte sich jeder die Frage stellen, welchen Sinn und welche Priorität ein einzelner Faktor hat.

Betrachten Sie daher das System der Erfolgsfaktoren, vor allem der generellen, eher als eine Art Kochrezept und variieren Sie unter Umständen und Ihrer Anforderungen entsprechend.

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