Definitionen zum mCommerce

30. September 2008 | Von ARU | Kategorie: Allgemeines

Nachdem der mCommerce sich wachsender Beliebtheit erfreut und wesentlicher Bestandteil meiner Dissertation ist, fasse ich an dieser Stelle mal die wesentlichsten Definitionen zusammen.

Das mBusiness respektive der mCommerce stellen noch eine recht junge Forschungsdisziplin dar, d.h. die Anzahl der Internetseiten und Studien hierzu steigt zwar an, aber die Anzahl der Bücher zu diesem Thema ist doch noch vergleichsweise gering. Daher ist es sinnvoll, ergänzende Literatur aus verwandten Fachbereichen, wie bspw. dem eCommerce heranzuziehen.

Um den Begriff des mCommerce näher bestimmen zu können, werden zunächst die Definitionen des eBusiness sowie eCommerce betrachtet und das mBusiness bzw. der mCommerce einer entsprechenden Einordnung unterzogen.

Gegenstand von unternehmerischen eBusiness-Strategien ist es, Konzepte zu finden, welche erlauben, auf Basis der durch das eBusiness gegebenen Möglichkeiten, den bestmöglichen Profit zu generieren. Hierbei werden Unternehmensprozesse sowie die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Unternehmen und Kunden, Geschäftspartnern bzw. Mitarbeitern auf den Prüfstand gestellt und Lösungen dahingehend gesucht, wie diese Elemente vorteilhafter unterstützt werden können. Betrachtet werden dabei die Bereiche Beschaffung (eProcurement), Verwaltung (eOrganization) und Absatz (eCommerce), wobei der eCommerce besonders an Aufmerksamkeit gewonnen hat, da hier Einspar- und Umsatzpotenziale liegen.

Es gilt daher:

Definitionen eBusiness:

“Vom eBusiness betroffen sind der Austausch von Wissen, Produkten und Dienstleistungen mit Lieferanten, Partnern und Kunden sowie die dazugehörigen finanziellen Transaktionen.”

Graf, Gründer (2003)

“e-Business erstreckt sich auf [...] Konzepte und Komponenten, die helfen, mittels Informations- und Kommunikationstechnik die Koordination von inner- wie auch überbetrieblichen Prozessen zur Leistungserstellung zu optimieren.”

Strauß, Schoder (2002)

Christian Böing versteht den eCommerce in seiner Erfolgsfaktorenstudie aus dem Jahre 2001 als Konstrukt im Internet, welches die Anbahnung, Aushandlung und Abwicklung von Transaktionen erlaubt und das Zustandekommen eines Kaufvertrages über das Internet ermöglicht.

Als Transaktion wird der Übergang eines Gutes oder einer Forderung zwischen zwei Wirtschaftssubjekten bezeichnet (vgl. Link).

Eine etwas weiter gefasste Definition zum eCommerce durch Strauß und Schoder (2002) bringt zum Ausdruck, dass eCommerce als “elektronische Unterstützung insbesondere von (Handels-) Aktivitäten, die in direktem Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen” zu verstehen ist.

Der eCommerce wird daher wie folgt definiert:

Definition eCommerce:

“eCommerce ist als »elektronische Unterstützung insbesondere von (Handels-) Aktivitäten, die in direktem Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen« zu verstehen. Das Zustandekommen eines Kaufvertrages über das Internet muss möglich sein.”

Das mBusiness, eigentlich ein Teilbereich des eBusiness, gilt analog dem eBusiness als Oberbegriff seiner Disziplin, d.h. der Abwicklung von Unternehmensangelegenheiten auf Basis von Mobilfunknetzen mit Hilfe mobiler Endgeräte. Es umfasst u.a. die Teilbereiche mCommerce, mProcurement bzw. mGovernment.

Waren anfangs die Kernfunktionen der mobilen Endgeräte auf Telefonie und SMS beschränkt, verlagert sich diese Entwicklung mit all ihren Möglichkeiten zunehmend aus dem gewöhnlichen GSM-Netz in das mobile Internet. Das mBusiness muss daher laut Tomislav Logara (2007) “als eigenständige Kategorie begriffen werden, die auf innovativen Technologien basiert und mit der Zeit große Teile des Electronic Business und vor allen Dingen des Electronic Commerce substituieren wird. Neben der Substitution klassischer Electronic Business Anwendungen, werden auch ganz neue Anwendungen entstehen, die im Festnetz-Internet nicht möglich gewesen wären.”

Für das mBusiness erscheint aus diesem Grund folgende Definition als sinnvoll:

Definition mBusiness

»Das mBusiness umfasst den Austausch von Wissen, Produkten und Dienstleistungen mit Lieferanten, Partnern und Kunden sowie die Abwicklung finanzieller Transaktionen auf Basis von Mobilfunknetzen unter Zuhilfenahme mobiler Endgeräte.«

Analog dem eBusiness wird der mCommerce ebenso als Teilbereich dem mBusiness untergliedert und kann wie folgt definiert werden:

Definition mCommerce:

»Unter mCommerce ist die Anbahnung, Aushandlung und Abwicklung von Transaktionen, sowie das Zustandekommen eines Kaufvertrages, auf Basis von Mobilfunknetzen unter Zuhilfenahme mobiler Endgeräte, zu verstehen.«

Folgende Abbildung verdeutlicht noch einmal kurz die Zusammenhänge zwischen m-/eBusiness sowie m-/eCommerce:


Abbildung: Einordnung mCommerce

Quellen:

  • Bernauer, Dominik: Mobile Internet; Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller AG, 2008
  • Böing, Christian: Erfolgsfaktoren im Business-to-Consumer-E-Commerce; 1. Aufl. Wiesbaden: Gabler, 2001
  • Graf, Nicole; Gründer, Thorsten: eBusiness. Grundlagen für den globalen Wettbewerb; München: Dt. Taschenbuch-Verlag, 2003
  • Logara, Tomislav: Mobile Business im B2C; erste Auflage, Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2007
  • Strauß, Ralf; Schoder, Detlef: eReality. Das e-business-Bausteinkonzept ; Strategien und Erfolgsfaktoren für das e-business-Management; Frankfurt am Main: FAZ-Inst. für Management- Markt- und Medieninformationen, 2002
Tags: , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben