Es gibt Unternehmen die Erfolg haben und wissen warum, und es soll Unternehmen geben, die Erfolg haben und nicht wissen, worin sich dieser genau begründet. Ebenso gibt es Unternehmen, die keinen Erfolg haben und wohl in der Mehrheit nicht wissen, warum das so ist und Unternehmen, die vom Erfolg verschont bleiben, aber im Idealfall auch wissen, warum das so ist.
Am besten sind zweifelsohne diejenigen dran, die Erfolg haben und wissen, warum sie ihn haben, ihre Stärken erkannt haben und ausbauen sowie um ihre Schwächen wissen und diese eliminieren. Allen anderen kann methodisch eigentlich auch geholfen werden.
Hierzu ist die Beachtung bestimmter Erfolgsfaktoren und das Erkennen weiterer dieser Faktoren ein sehr guter Ansatz. In der Erfolgsfaktorenforschung gab und gibt es seit den 70er Jahren die wildesten Studien, mit mehr oder weniger konkreter Aussagekraft. Lässt man jetzt mal alles an hochtheoretischen, indirekt (qualitativ & quantitativ) ermittelten Studien außen vor und betrachtet die direkt ermittelten, tendenziell eher praxisorientierten Ergebnisse, dann erscheint es als durchaus sinnvoll, daraus eine Art “Checkliste” abzuleiten, welche Unternehmer, Führungskräfte (oberes Kader) durch die wichtigsten Spannungsfelder hinsichtlich unternehmerischen Erfolg leitet.
Am meisten haben es mir daher die Studien von Kurt Nagel und Hermann Simon angetan. Sie basieren im Wesentlichen auf persönliche Interviews, Erfahrungen und Feedback von Führungskräften. Die Arbeiten von Christian Böing, Andreas Kroiß und Thomas Kowallik, von indirekter und quantitativer Natur, sind ebenfalls sehr interessante und brauchbare Werke, da sie sehr engen Bezug zum eCommerce haben, jüngeren Datums sind und besonders Startups ins Auge gefasst haben.
Aus meinen bisherigen beruflichen Erfahrungen heraus halte ich es daher für grundsätzlich sinnvoll, in allen Lebensphasen eines Unternehmens, d.h. von der Seedphase an bis hin zu einem eventuellen IPO und darüber hinaus, die Erfolgsfaktoren im Fokus zu behalten.
Deshalb wird sich dieser Weblog mit dem Management und der Anwendbarkeit von Erfolgsfaktoren befassen, denn neben einem zielgerichteten Fokus auf die wichtigsten Felder im Unternehmen sind weitere, wesentliche Vorteile der Erfolgsfaktoren-Analysen:
- Leichte & breite Anwendbarkeit
- Geringer Zeitaufwand
- Berücksichtigung der Dynamik “Heute” & “Morgen”
- Sensibilisierung der Mitarbeiter/ aller Beteiligten für diese Werttreiber
- Gleichzeitige Integration der Mitarbeiter und des Managements
Erfolgsfaktoren und Startups?
Sicherlich hat ein Startup bzw. ein Unternehmen in der Seed-Phase ganz andere Probleme und Herausforderungen als sich mit wilden Analysen über Erfolgsfaktoren zu beschäftigen. Hier stehen vielmehr Teamfindung und -bildung, die Produktentwicklung sowie die Finanzierung des Geschäftsmodells und die Beachtung bestimmter Grundregeln für den Beginn im Vordergrund.
Dennoch verlangen sowohl die Businessplanung als auch der Markteintritt selbst Kenntnis eben über den Markt selbst, die Kunden und die damit verbundenen Strategien, um das Geschäftsmodell nachhaltig an den Markt zu bringen. Produkte/ Dienstleistungen müssen auf die Kunden abgestimmt sein und diesem einen Mehrwert bieten. Häufig sind Startups von chaotischen Prozessen geprägt, weit von einer Ordnung entfernt, wie sie später, spätestens in der Expansionsphase des Unternehmens vonnöten ist. Sie unterliegen einer Dynamik, wie sie in dieser Phase sicherlich auch gut ist und wo es auch in Zukunft gilt, eine bestimmte Dynamik, Flexibilität sowie Kreativität zu erhalten. Wachsende Anforderungen jedoch, bspw. hinsichtlich ordnungsgemäßer Buchhaltung, Kundenbeziehungen, Kooperationen, Technologieentwicklung, Prozesse, Teamgröße, Führung, etc. sollten jedoch von Anfang an geordnete Bahnen gelenkt werden, so dass die kreativen, mit dem Business Development zuständigen Köpfe, nicht im operativen Tagesgeschäft untergehen.
Ein “Kennen und drauf zu steuern” auf Erfolgsfaktoren schafft meiner Ansicht nach die Grundlagen, um später die Gratwanderung aus einem reinen Startup mit seinen leicht chaotischen, dynamischen Prozessen einfacher meistern zu können.
Ich persönlich beachte bereits im Businessplan bestimmte Faktoren und richte die strategische Planung meist derart aus, dass unter normalen Umständen relativ schnell mindestens der Reifegrad 2, d.h. die Ausweitung, erreicht werden, wenn nicht sogar mit diesem begonnen werden kann.
Beispiel “Generelle Erfolgsfaktoren”
Anwendbar auf alle Unternehmen und Branchen!
Das Unternehmensumfeld ist vorwiegend durch folgende Wirkungsparameter geprägt:
- Kunden
- Lieferanten
- Politik/ Recht
- Shareholder
- Gesellschaft
- Technologie
- Wettbewerb
- Ökologie
- Mitarbeiter
- …
Nahezu alle Unternehmen unterliegen durch diese Wirkungsparameter immer deutlicher und häufiger dem Spannungsfeld des Wandels. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Unternehmen, aufgrund der vielen Einflussmöglichkeiten, einen für sich stabilen, gesicherten Wirkungsbereich schaffen. Dieser Wirkungsbereich ist durch Erfolgsfaktoren gekennzeichnet, die es in folgenden Ausprägungen gibt:
- Generelle Erfolgsfaktoren
- Branchenspezfische Erfolgsfaktoren
- Unternehmensspezifische Erfolgsfaktoren
- Abteilungsspezfische Erfolgsfaktoren
- Persönliche Erfolgsfaktoren
- …
Die generellen Erfolgsfaktoren lauten:
- Vision/ Mission
- Unternehmenskultur
- Strategie
- Organisation
- Informationssystem
- Mitarbeiter
- Führungssystem
- Kundennähe
- Innovation
- Partnerships/ Kooperationen
- Internationalisierung/ Globalisierung
Die branchenspezifischen ergeben sich aus der jeweiligen Branche während die unternehmensspezifischen Erfolgsfaktoren, unternehmensbezogen, unter Zuhilfenahme bestimmter Analysetools erfasst werden.
SIAMOA – Success is a matter of attitude!
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Literaturhinweise folgen!
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